August 24, 2026
7 min

Drohnenbefliegung in Baar – Planungsgrundlagen aus der Luft

Wenn eine Gemeinde ihr Gebiet aus der Luft aufnehmen lässt, zählt am Ende nicht der Flugtag selbst, sondern das, was die Fachstellen danach in der Hand haben. In Baar im Kanton Zug sind das zwei konkrete Arbeitsgrundlagen aus derselben Befliegung vom April 2026: ein digitales 3D-Modell der ganzen Gemeinde für die Raumplanung und ein hochaufgelöstes Orthofoto für das Grünflächenmanagement der gemeindeeigenen Liegenschaften.

Wie die Befliegung geplant und geflogen wurde

Bevor über das Gemeindegebiet geflogen wird, muss der rechtliche Rahmen stehen. Der Verein Drohnenbetrieb Geomatik Schweiz hat den Betrieb kontrolliert und freigegeben. Weil Teile von Baar im Umfeld des Flugplatzes Hausen am Albis liegen, brauchte es zusätzlich die Bewilligung der Flugplatzgenossenschaft Hausen-Oberamt, der FGHO. Ohne diese beiden Freigaben wäre eine Gebietsbefliegung in dieser Lage nicht möglich gewesen.

Dazu kam die praktische Planung der Route. Ein ganzes Gemeindegebiet unter Sichtflugregeln zu befliegen heisst, dass die Drohne über die gesamte Strecke in Sichtweite der Piloten bleibt. Deshalb sind die Flugkorridore so gelegt, dass diese Sicht über das ganze Gebiet gehalten werden kann.

Geflogen wurde nur bei geeignetem Wetter und durchgehend auf Sicht. Die Aufnahme des Gemeindegebiets war in 23 Perimeter aufgeteilt und liess sich an einem Flugtag erledigen. Zum Einsatz kam eine DJI Mavic 3 Enterprise, eine RGB-Drohne, die das sichtbare Bild der Fläche liefert. Aus genau diesen Aufnahmen entstehen später das 3D-Modell und das Orthofoto, mit denen die Fachstellen weiterarbeiten.

Flugplanungen unter Berücksichtigung aller rechtlichen Rahmenbedingungen

Was die Raumplanung mit dem 3D-Modell anfangen kann

Aus den Luftaufnahmen entsteht ein digitales 3D-Modell der Gemeinde Baar. Für die Raumplanung ist das keine Spielerei, sondern die aktuelle räumliche Grundlage, auf der künftige Entwicklungen aufsetzen sollen. Wer Siedlung, Freiräume oder öffentliche Flächen weiterdenkt, braucht einen Stand, der das Gelände und die gebaute Situation so zeigt, wie sie wirklich sind, und nicht so, wie sie auf älteren oder lückenhaften Daten erscheinen.

Genau das hat die Gemeinde als Zweck der Aufnahmen festgehalten: das Modell dient der Raumplanung als Grundlage, damit die aktuellen Gegebenheiten bei künftigen Entwicklungen berücksichtigt werden können. In der Praxis heisst das, dass Entwürfe, Varianten und Abstimmungen mit anderen Stellen auf demselben, frischen Bild der Gemeinde sitzen. Die Diskussion verschiebt sich weg von der Frage, ob die Grundlage überhaupt stimmt, hin zu der Frage, was auf dieser Fläche sinnvoll ist.

Das 3D-Modell zeigt Gelände, Bebauung und Freiräume der ganzen Gemeinde in ihrem aktuellen Zustand. Die Raumplanung sieht damit, wie eine geplante Entwicklung in die Umgebung passt, und nicht nur, was auf einem einzelnen Grundstück steht.

Fertiges 3D-Modell für die Raumplanung

Was das Grünflächenmanagement mit dem Orthofoto anfangen kann

Neben dem Modell entsteht aus denselben Aufnahmen ein hochaufgelöstes Orthofoto. Die Gemeinde setzt es für das Grünflächenmanagement der eigenen Liegenschaften ein, also dort, wo sie Flächen pflegt, plant und unterhält, die ihr selbst gehören. Ein Orthofoto ist eine entzerrte Luftaufnahme, auf der man Flächen, Wege, Rasen, Bäume und Einbauten in der Lage sieht, in der sie am Boden liegen. Für Unterhalt und Planung der gemeindeeigenen Grünflächen zeigt es den aktuellen Zustand, ohne dass jede Fläche zuerst neu begangen werden muss.

Der Mehrwert liegt darin, dass die Fachstelle nicht mit dem allgemeinen, geringer aufgelösten und älteren Luftbild von Kanton oder Bund arbeitet, sondern mit einer Aufnahme, die genau für diesen Zweck über Baar entstanden ist. Pflege, Ersatz, Umgestaltung oder die Abstimmung mit anderen Stellen können auf demselben, aktuellen Bild der eigenen Liegenschaften aufsetzen. Das Orthofoto ersetzt dabei keine Begehung vor Ort, sondern gibt dem Grünflächenmanagement eine gemeinsame, aktuelle Grundlage, bevor jemand ins Detail geht. Das Orthophoto unterstützt die effziente Erfassung der einzelnen Grünflächen als Geodaten, welche anschliessend die m2 Zahlen liefern für die Ausschreibungen der Unterhaltsleistungen. Ausserdem erhält die Gemeinde so ebenfalls einen Übersicht, für wieviele m² sie überhaupt zuständig ist.

Hochaufgelöstes 2.5cm/Pixel True Orthofoto

Eine Befliegung, zwei Fachstellen, derselbe Stand

Raumplanung und Grünflächenmanagement brauchen nicht dieselben Werkzeuge, aber sie brauchen denselben, aktuellen Stand der Gemeinde. Beide Produkte stammen aus denselben Luftaufnahmen.

Am Ende hat genau dieser Weg Kosten gespart. Statt einzelne Flächen nacheinander punktuell zu befliegen, wurde das Gemeindegebiet in einem Zug aufgenommen, sodass Modell und Orthofoto aus derselben Befliegung kommen. Und statt das 3D-Modell terrestrisch mit dem Tachymeter Punkt für Punkt am Boden aufzubauen, hat die Drohne die räumliche Grundlage aus der Luft effzient und kostengünstig geliefert. Für eine ganze Gemeinde ist das der günstigere Weg zu dem Stand, den die Fachstellen brauchen.

Genau das ist der Kern für andere Gemeinden, die denselben Bedarf haben. Baar zeigt den einfacheren Weg: zuerst die Produkte definieren, die die Fachstellen wirklich brauchen, und dann eine bewilligte Befliegung so ansetzen, dass genau diese Produkte entstehen. Der Flug über das Gemeindegebiet war dafür das Mittel. Das Ergebnis sind die Grundlagen für Raumplanung und Grünflächen.

Eine solche Befliegung gibt den Fachstellen Grundlagen, mit denen sie wirklich weiterarbeiten können. Gerne zeigen wir euch die Potenziale für eure Gemeinde und wie der Weg von der Aufnahme bis zu Modell und Orthofoto aussieht.

Weitere Infos gibt es hier: YRGEO Drone

Autor
Joel D'Angelone